Die Frauen vom Karlsplatz

Die Frauen vom Karlsplatz – Auguste

Anne Stern

Lichterfelde, 1892. Als die junge Auguste mit ihrer Familie in die neugegründete Villenkolonie am Karlsplatz bei Berlin einzieht, ahnt sie nicht, welche dramatische Wendung ihr Leben nehmen wird. In der Krahmerschen Schule für höhere Töchter trifft sie auf die Unternehmerstochter Lotte. Die neue Freundin ist ein Freigeist und sehnt sich danach, aus dem Korsett der wilhelminischen Gesellschaft auszubrechen. Auch in Auguste beginnen mit ihrer  Zuneigung zu Lotte gefährliche Gedanken zu keimen. Die Mädchen schmieden Pläne, wie sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen könnten – gegen den Willen ihrer Familien. Doch dann ist Lotte plötzlich verschwunden. Und Auguste erkennt, dass sie im Kampf um ihre Freundschaft einen steinigen Weg einschlagen muss, der für eine Frau im 19. Jahrhundert nahezu unmöglich scheint.

 

Die Autorin:

 

Anne Stern, geboren 1982, studierte Germanistik und Geschichte und promovierte in deutscher Literaturwissenschaft. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihre Romane handeln von der Vergangenheit – der deutschen Geschichte zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert. Berlin spielt als ihre Heimatstadt darin immer wieder eine besondere Rolle.
Ihr Genre ist das History Drama – spannende, gut recherchierte historische Plots und Figuren, deren Schicksal nahe geht.

 

Rezension: Die Frauen vom Karlsplatz Auguste

Rezensionstitel: Ein berührender Blick in die Vergangenheit

5 Sterne

 

Das Cover:

 

Mich hat das Cover sehr angesprochen, weil es ein Foto der Zeit ist, weil es farblich stimmt, und die junge Frau in ihrem Outfit einlädt, ihr auf ihrem Weg zu folgen. Zusammen mit dem Klappentext ist die Buchpräsentation stimmig.

 

Die Geschichte:

 

Auguste zieht mit ihren Eltern und ihrem Bruder am Rande Berlins in die neue Villenkolonie am Karlsplatz. Sie darf die Krahmersche Schule für höhere Töchter besuchen und lernt dort die Unternehmertochter Lotte kennen. Diese würde gerne Ärztin werden, was in der Gesellschaft der damaligen Zeit nicht möglich ist. Auch die aufkeimende Zuneigung von Auguste zu Lotte ist gefährlich. Beide Mädchen schmieden Pläne, um ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können. Als Lotte aber verschwunden war, merkt Auguste, dass das Schicksal anderes vorhat.

 

Meine Meinung: (Achtung Spoiler!)

 

Ich habe sehr schnell einen Zugang zu dieser Geschichte bekommen, weil ich gerne in Berlin im 19. Jahrhundert unterwegs bin. Diese Zeit ist eine Zeit, die den Frauen nicht nur ihren Körper in ein Korsett zwängt, sondern viel mehr noch gesellschaftlich Zwänge aufbürdet, die sie sehr einschnüren, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Autorin schreibt auch in diesem Buch in einer flüssigen und leicht verständlichen Sprache. Die Protagonisten haben entsprechend der Zeit und ihren Charakteren agiert und die beiden Mädchen haben mich sehr berührt. Wie in all ihren Büchern hat Anne Stern die Zeitgeschichte gut recherchiert und in die Geschichte eingebunden. Die Schauplätze sind sehr gut beschrieben und lassen mich lebhaft der damaligen Zeit entsprechend durch Berlin wandern. Die Geschichte wird überwiegend aus der Perspektive von Auguste erzählt. Einzig zum Ende hin, fand ich, dass Auguste ihre Entscheidungen etwas zu leicht umsetzen konnte. Es schmälerte aber die Qualität der Geschichte nicht.

Mein Fazit: Ein wunderbares Buch, das uns vor Augen führt, wie schwer es Frauen in dieser Zeit hatten, auch, dass Mädchen gar nicht sagen durften, wie ihr Leben aussehen sollte oder könnte.

Eine wirklich zu Herzen gehende Geschichte, die von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung bekommt.

Heidelinde von friederickes bücherblog

 

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