Der Zauber zwischen den Seiten

Der Zauber zwischen den Seiten

Der Zauber zwischen den Seiten


Cristina Caboni

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Rezensionstitel: Die Magie der Literatur

5 Sterne

 

Klappentext

Seit sie denken kann, ist Sofia von Büchern fasziniert. Sie liebt das Rascheln der Seiten, den Geruch des Papiers und vor allem die darin beschriebenen Welten. Schon immer haben sie der schüchternen Frau geholfen, der Realität zu entkommen. Als sie eines Tages in einem Antiquariat ein altes Buch kauft, findet sie darin enthaltene Manuskripte und Briefe einer gewissen Clarice, die Mitte des 19. Jahrhunderts gelebt haben soll. Sofia und Clarice scheinen viel gemeinsam zu haben, und Sofia spürt eine Verbindung zu ihr. Um mehr über sie zu erfahren, reist Sofia quer durch Europa. Dabei stößt sie nicht nur auf eine unglaubliche Liebesgeschichte, sondern findet endlich auch ihr eigenes Glück …

 

Die Autorin

Cristina Caboni lebt mit ihrer Familie auf Sardinien, wo sie Bienen und Rosen züchtet. Ihr Debütroman Die Rosenfrauen verzauberte die Leser weltweit und stand in Deutschland wochenlang auf der Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman Die Honigtöchter, der auf ihrer Heimatinsel spielt, und Die Oleanderschwestern waren ebenfalls große Erfolge. Der Zauber zwischen den Seiten ist nun Cristina Cabonis viertes Buch, das in der faszinierenden Welt der Bücher spielt.

 

Das Cover

 

Ein aufgeschlagenes Buch und ein zarter Blumenstrauß zwischen den Seiten symbolisiert auf den ersten Blick eine Liebesgeschichte. Und liest man den Titel und den Klappentext, dann weiß man, dass Literatur, Liebe und Gefühle der perfekte Mix für eine spannende Liebesgeschichte sind.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Sofia ist ihr ganzes Leben von Büchern fasziniert und taucht gerne in alle die Welten ab, die auf dem Papier beschrieben sind. An einem Abend besucht sie eine Wohltätigkeitsgala. In einer Vitrine wird ein Buch ausgestellt, ein Meisterwerk der Buchbindekunst, das sie staunen lässt. Während sie auf dem Nachhauseweg über das von ihr bewunderte Buch nachdenkt, lösen ihre Empfindungen viele Gefühle aus, auch über ihren beruflichen Verzicht, sowie die gänzliche Aufgabe ihrer eigenen Wünsche und Sehnsüchte. Sie spürt, dass sie das falsche Leben lebt und sie das dringend ändern muss.

Eines Tages kauft sie in einem Antiquariat ein Buch und kommt mit dem Buchhändler ins Gespräch. Dieser schenkt ihr noch das Buch eines Schriftstellers, den sie sehr verehrt. Es ist in ziemlich schlechtem Zustand und sie will es restaurieren. Als sie es näher untersucht, findet sie die im Einband hinterlegte Lebensgeschichte einer Frau mit Namen Clarise, die allerdings an der Stelle nicht zu Ende erzählt wird. Sie ist fasziniert und fühlt eine unmittelbare Nähe und eine enge Verbundenheit zu dieser ihr fremden Frau, die sie nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Sie muss die fehlenden Teile suchen und finden.

Ihre anschließende intensive Suche nach mehreren Büchern und Manuskripten führt sie durch halb Europa. Sie findet nach und nach eine unglaubliche Liebesgeschichte, sie sucht und findet auch sich selbst und sie findet letztendlich ein neues Glück.

 

Meine Meinung

 

Bereits im Prolog wird man vereinnahmt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen erzählt.

In der Gegenwart begleiten wir Sofia auf ihrer Suche nach den Zusammenhängen und der Lebensgeschichte von Clarice, sowie der Sortierung ihres eigenen Lebens mit ihrem Ehemann und den Menschen, die sie bei ihrer umfangreichen und spannenden Suche unterstützen.

Der zweite Erzählstrang führt ins Neunzehnte Jahrhundert und befasst sich mit dem Leben der Clarice Marianne von Harmel, die in einer Zeit lebte, die völlig andere und strengere Werte und Lebenswahrheiten beinhaltete und von daher schon ungeheuer spannend ist. Ganz besonders ans Herz geht aber das Schicksal dieser faszinierenden, stolzen, tapferen und anmutigen Frau.

Die Hauptfiguren Sofia und Clarice sind wunderbar, sehr authentisch und gestatten den Lesern in die Seelen zu blicken, bzw. lassen sie in die Geschichte hineinkriechen und teilhaben. Alle anderen Figuren sind in ihren Charakteren sehr interessant, ebenso glaubhaft und tragen zum Erfolg des Buches bei. Die Erzählung ist in einer wunderbaren, flüssigen Sprache geschrieben, die manchmal poetische und gelegentlich auch etwas melancholische Passagen hat, die das Buch noch interessanter machen.

Die Autorin hat die Zeitgeschichte mit sehr viel Feingefühl integriert und die Schauplätze, die in vielen Ländern Europas angesiedelt sind, fabelhaft beschrieben und damit den Lesern ermöglicht, bildlich dabei sein zu dürfen. Anstelle einer Kapitelnummerierung werden wir mit einem passenden Auszug aus Büchern namhafter Schriftsteller verwöhnt. Nebenbei erfährt man außerdem viel Wissenswertes über das Handwerk des Buchbindens, über Liebe zu Büchern und über wertvolle Einbände.

Die Perspektivwechsel und der Wechsel zwischen den Zeitebenen sind perfekt ausgewählt, der Spannungsbogen ist durchgängig stets hoch und stetig viele neue Wendungen sorgen dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Mein Fazit: Wer nicht schon seine Liebe zum Buch entdeckt hat, der wird sie hier finden. Man versteht, warum man selbst immer wieder zum Buch greift und wie schön es ist, in die Welt der Buchstaben einzutauchen, um den Zauber zwischen den Zeilen zu erleben, wie der Titel das bereits ankündigt. Wenn dann noch eine Liebesgeschichte hineingewoben wurde, dann erlebt man auf wunderbare Art das perfekte Lesevergnügen. Deshalb meine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

friedericke von „friederickes bücherblog“

 

 

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