Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck

Druckfrisch – Neue Bücher mit Denis Scheck

In der nächsten Ausgabe von „Druckfrisch“ am Sonntag, 26. Februar 2017, um 0:05 Uhr im Ersten trifft Denis Scheck Max Goldt, den brillanten Beobachter, sanften Satiriker und milden Moralisten aus Berlin. Im Lutherjahr 2017 darf auch ein Gespräch mit dem Luther-Bewunderer Feridun Zaimoglu, einem Kieler türkischer Herkunft, der dem Reformator mit seinem Roman ein literarisches Denkmal setzt, nicht fehlen.

Max Goldt: Lippen abwischen und lächeln

Über Humor lässt sich nicht streiten – zumindest nicht bei Max Goldt: Die Texte und Comics des Kleist-Preis-Trägers haben enormes Lachpotential. Klofußumpuschelung, Saugnapfhandtuchhalter, Dinosaurierpark, Fäkalpornos – die Lust an originellen Themen und Sprachspielen, abgedrehten Wendungen und ein dazu passender spitzer Tonfall, das alles machen seine Erzählungen zu einer unverwechselbaren Entspannungslektüre. „Lippen abwischen und lächeln“ ist ein Querschnitt von Goldts literarischem und künstlerischem Oeuvre: 70 Texte, Bilder und Comics, ein Best of der „prachtvollsten Texte 2003 bis 2014“.

Feridun Zaimoglu: Evangelio. Ein Luther-Roman

500 Jahre nach dem Anschlag der Wittenberger Luther-Thesen gegen den Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche hat Feridun Zaimoglu Luthers Kampf für die Reformation in einen packenden Roman gegossen. Der Querkopf und Überzeugungstäter wird auf der Wartburg festgehalten und übersetzt in nur zehn Wochen die Bibel ins Deutsche. Aus der Perspektive des Landsknechts Burkhard erzählt Feridun Zaimoglu von Luthers Aufbegehren gegen die Allmachtansprüche des Papsttums und von den inneren Qualen eines Reformators, der als Ketzer bekämpft wird und dennoch im Glauben fest seine Mission verfolgt. In sprachmächtigen Bildern und den vom Umgangston des 16. Jahrhunderts geprägten derben Worten entfaltet Zaimoglu das lebendige Panorama einer Zeit, in der sich die Welt nachhaltig veränderte.

Denis Scheck empfiehlt zudem „Das Buch der Spiegel“ von E.O. Chirovici. Es kreist um die Frage, wie verlässlich die Erinnerungen an unsere eigene Lebensgeschichte sind, wieviel davon wahr und wieviel Konstruktion ist. Denis Scheck: „Das ist Unterhaltungsliteratur auf hohem Niveau, im Thriller-Genre ein herausragendes Buch.“

Und wie immer: Der unbestechlich schonungslose Blick Denis Schecks auf die „Spiegel“-Bestsellerliste (diesmal: Sachbuch).

Meldung: Das Erste 15.02.2017

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