Die zweite Luft

Die zweite Luft

Die zweite Luft

Drei einander fremde Menschen flüchten aus unterschiedlichen Gründen von unterschiedlichen Orten. Nicht von Krieg oder Hunger vertrieben, sondern vom Unbehagen an der eigenen Existenz im Deutschland der achtziger Jahre. In ihrem eigenen Leben verloren, steuern sie auf den Kreuzpunkt zu, an dem sie zusammenprallen: eine Straßenkreuzung in der Oberpfalz. Lydia, die Läuferin, hat die zweite Luft.

Der Autor

Bernd Mittenzwei wurde 1961 geboren und wuchs in einem Arbeiterviertel in der Nürnberger Südstadt auf. Studium der Germanistik und Theologie. Pflegehilfskraft, Hausmeister, Journalist, Herausgeber einer Literaturzeitschrift, schließlich Lehrer. Bernd Mittenzwei lebt in der fränkischen Provinz.


Das Cover

Eine nicht enden wollende Straße, ein wolkenreicher und leuchtender Himmel und der Titel bilden die Stimmung des Buches ab. Zusammen mit dem Klappentext ist der Einband harmonisch abgestimmt und weckt Neugierde.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Da es sich um eine Novelle handelt, nutze ich den Klappentext anstelle einer inhaltlichen Beschreibung, die zu sehr in die Tiefe gehen und über Gebühr Inhalte verraten würde:

Drei einander fremde Menschen flüchten aus unterschiedlichen Gründen von unterschiedlichen Orten. Nicht von Krieg oder Hunger vertrieben, sondern vom Unbehagen an der eigenen Existenz im Deutschland der achtziger Jahre. In ihrem eigenen Leben verloren, steuern sie auf den Kreuzpunkt zu, an dem sie zusammenprallen: eine Straßenkreuzung in der Oberpfalz. Lydia, die Läuferin, hat die zweite Luft.

 

Meine Meinung

 

Novellen habe ich schon gelesen, aber ich habe sie noch nie rezensiert. Da wir in unserem Blog aber grundsätzlich den Anspruch erheben, möglichst neutral und fachlich fundiert, eine Bewertung abzugeben, musste ich mich hier etwas anders dem Text nähern. Das gebietet auch der Respekt vor der Arbeit der Autoren.

Da eine Novelle eine kurze Erzählung ist, die auf einen Punkt direkt zusteuert, konnte ich das gut meinem gewählten Tempo anpassen, denn ich bin langsam in die Geschichte eingetaucht, habe mich einfach von den Worten führen lassen und dabei versucht die Protagonisten zu verstehen. Es war die Flucht von drei Menschen, die aus verschiedenen Richtungen aufeinander zukommen. Dabei hatte ich die Möglichkeit, jedem einzelnen der drei Personen, in Ruhe zu folgen, habe mich ganz auf sie eingelassen, sie so genommen, wie sie sich zeigten.

In einer Novelle erfährt man nicht so viel über die Hintergründe der Geschehnisse, auch nicht über die Protagonisten, was anfänglich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Insgesamt ist die kurze Geschichte, mit wenigen Figuren, die direkt voranschreiten, nicht so, dass sich der Spannungsbogen stets in Bewegung befindet. Es ist eher das leise Nachdenken, das mich hier weiterbrachte.

Im Laufe der Zeit fand ich mich allerdings immer mehr zurecht, empfand Lust das Buch lesen zu wollen, spürte keine Langeweile, wurde zunehmend neugierig darauf, wie das wohl enden würde und habe erst am Ende zugelassen, über die Protagonisten und die Geschichte nachzudenken. Die Sprache des Autors ist verständlich und vielseitig. Die manchmal sehr lange Sätze mochte ich in diesem Fall, weil sie gut harmonierten.

Mein Fazit ist, dass man sich mit Novellen beschäftigen muss, ehe man als Einsteiger ungeduldig wird. Es ist ein anderer Text, anders als die Geschichten, die wir von mehreren Hundert Seiten kennen, die sich deshalb auf eine völlig andere Art fortschreiben und eben auch auf eine andere Art ihre Spannung erzeugen.

Mir hat es sehr viel Freude bereitet dieses Genre bewusst näher kennenlernen zu dürfen.

Ich wünsche dem Buch ganz viele Leser, die sich an einer Novelle erfreuen.

friedericke von „friederickes bücherblog“

 

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